Frau geht spazieren

Darf ich eure Bilder zeigen?

Ein paar Gedanken zum Thema Veröffentlichungserlaubnis

Die Veröffentlichung von privaten Fotos im Internet wird heutzutage immer kritischer gesehen – der Wirbel in den Medien um Datenschutz usw. tut bei diesem Thema sein Übriges. Vielleicht hat der ein oder andere sogar schon negative Erfahrungen damit gemacht. Dies ist sehr bedauerlich und ich wünsche dies natürlich keinem.

Ich möchte Euch meine Gedanken zum Thema Veröffentlichungserlaubnis aus der Sicht der Fotografin dennoch nicht vorenthalten. Es ist mir wichtig, meine Brautpaare (und auch Familien) für dieses Thema zu sensibilisieren und dafür zu werben, nicht sofort spontan NEIN zu sagen, wenn keine wichtigen Gründe dafür vorliegen.

Mir ist vollkommen klar, dass jeder Mensch das Recht am eigenen Bild hat und dieses Recht schwerer wiegt, als zum Beispiel das Recht des Urhebers. Es handelt sich um ein Grundrecht und natürlich muss dieses Recht geschützt und beachtet werden.

Nun kommen wir zum Fotografen-Dilemma:

Jeder Dienstleister oder Produzent ist darauf angewiesen, seine Leistungen und Produkte zu zeigen, damit potentielle Kunden sich vor einem Kauf umfassend und transparent informieren können. Meistens kommen Familien, Paare und Brautpaare mit diesen Worten auf mich zu: Denise, wir haben deine Bilder gesehen und sie gefallen uns so gut...

Das Produkt eines Fotografen sind - logisch - die Fotos, die er macht. Auf das Zeigen seiner Fotos kann er also nicht verzichten. Seine Website ist quasi sein Schaufenster, in welches er viel Zeit und Geld steckt (oh ja!!). Wer kauft schon gern die Katze im Sack? Letztendlich habt auch Ihr Euch für mich als Eure Hochzeitsfotografin entschieden, weil Euch die Bilder meiner bisherigen Kunden angesprochen haben, welche mir freundlicherweise die Erlaubnis zur Veröffentlichung erteilt haben.

Ich verkaufe nun einmal keine gesichtslosen Blumensträuße, Kleider, Ringe, Anzüge, Deko, Torten oder Locations. Ich „verkaufe“ Fotos mit Menschen darauf – mit Euch und Eurer Familie - und damit verbunden Emotionen. Und diese möchte ich den Paaren und Familien, die zu mir passen könnten, auch vorab schon zeigen dürfen.

Immer wieder liest man in Hochzeitsratgebern, man solle beim Fotografen bloß darauf achten, dass man nicht nur Fotos von inszenierten Hochzeiten – sogenannten Styled Shoots - gezeigt bekommt. Schließlich wird hier nichts dem Zufall überlassen: Alle sind perfekt hergerichtet, das Licht wird abgestimmt, alles läuft planmäßig und Szenen können wiederholt werden. Logisch, dass das mit einer echten Hochzeit so rein gar nichts zu tun hat. So ein Fotoshooting ohne Stress ist locker flockig im Kasten und mit diesen perfekten Bildern lässt sich trefflich werben. Aber eine Aussage, ob der Fotograf bei einer echten Hochzeit mit den vielen kleinen Stolperfallen noch tolle Fotos machen kann, lässt sich mit solchen Styled Shoot Bildern nicht treffen. Da haben die diversen Ratgeber schon Recht.

Die Auswahl der Bilder für die Portfolio-Erweiterung erfolgt durch mich immer mit größter Sorgfalt und maximalem Einfühlungsvermögen. Namen, private Adressen oder Bezugspunkte werden nicht genannt (es sei denn, es wird ausdrücklich erlaubt), kompromittierende Bilder werde ich natürlich ebenfalls nicht zeigen.

Falls Ihr aus beruflichen Gründen – oder warum auch immer – keine (oder eine eingeschränkte) Möglichkeit seht, mir die Erlaubnis zur Veröffent­lichung einzuräumen, akzeptiere ich das ohne Murren und Knurren. Sprecht mich bitte darauf an. Vielleicht darf ich in diesem Fall zumindest ein paar Detail-/Deko-Aufnahmen oder Fotos vom Paarshooting verwenden.

Natürlich ist es bei mir KEINE Buchungsvoraussetzung, dass ich Eure Bilder zeigen darf. Das möchte ich noch einmal ganz ausdrücklich betonen.

Danke, dass Ihr Euch so viel Zeit genommen habt, diese Zeilen zu lesen!

Eure Denise

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