Frau geht spazieren

Was ziehen wir zum Shooting an?

 

Die wohl wichtigste und am häufigsten gestellte

Frage vor einem Shooting!

 

Okay, bei einer Hochzeit stellt sich diese Frage nicht. Aber einem normalen Paarshooting oder einem Kennelernshooting, wie es bei einer Hochzeitsreportage ab sechs Stunden inklusive ist, schon! Insbesondere von den Mädels werde ich immer wieder gefragt, was sie denn anziehen sollen zum Shooting. Ich glaube, den Jungs ist das so ziemlich schnuppe. Aber ihre Freundinnen bzw. Zukünftigen haben da auf jeden Fall ein Auge drauf :-) Und ich dachte mir: Hey, bevor ich jedem jetzt immer das Gleiche schreibe, mach ich einfach mal einen Blog draus.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass es nicht unwichtig ist, was ihr zum Fotoshooting anzieht. Eure Kleidung beeinflusst den Bildlook ungemein. Ein Foto lebt unter anderem von harmonischen Farben und Kontrasten. Ein Beispiel: Wie würde wohl weiße Kleidung im Schnee aussehen? RICHTIG! Es ist ziemlich ungünstig, weil sich im schlimmsten Fall nur die Gesichter vom hellen Hintergrund abheben würden. Von daher ist die Frage nach einem vorteilhaften Shooting-Outfit durchaus berechtigt.

 

Und hier kommen sie nun, meine ultimativen Kleidungstipps für ein Paarshooting:

 

Verkleidet euch nicht!

Wichtig ist, dass ihr euch wohl fühlt und nicht ständig Sorge haben müsst, ob die Klamotten sitzen und viel schlimmer noch: ständig daran rumzuppeln, den Bauch einziehen oder den kratzigen Wollpulli ertragen müsst. Tragt nichts, was ihr noch nie getragen habt und nicht wisst, wie sich die Kleidung anfühlt. Manchmal entwickelt sich ein unbequemes Gefühl erst nach ein paar Minuten - dabei war in der Umkleidekabine im Kaufhaus noch alles toll! Sorry Girls, das hier wird kein Freibrief für eine Shooping-Tour :-P Aber bitte: Es muss jetzt auch nicht unbedingt die Lieblings-Jogginghose sein :-P

 
Wir machen KEIN Fashion-Shooting!
 
IHR steht im Mittelpunkt des Shootings und nicht die Klamotten, wir machen kein Fashion-Shooting und es fällt überhaupt nicht auf, wenn man den Lieblingspulli anhat, der vielleicht nicht mehr nagelneu aussieht. Es geht um eure Gefühle zueinander und nicht um Fotos für ein Mode-Magazin.
 
 
Passt euch an die Location an!
 
Wir fotografieren meistens in der Natur und nicht im Museum oder in der Staatsoper, das heißt, Abendgarderobe ist absolut fehl am Platze - ja sogar overdressed. Das gleiche gilt für die Mädels mit langen Haaren - bitte keine Betonfrisur sondern lockeres Haar! Es darf ruhig wild und frei zugehen auf den Köpfen!
 
 
Keine Logoaufdrucke!
 
Bitte vermeidet Logoaufdrucke auf Shirts etc. Das menschliche Auge ist so konditioniert, dass es automatisch beim Betrachten von Bildern auf Schriftzüge gelenkt wird, das ist eher ungünstig für das Endergebnis. Ebenso ist es mit großen Mustern wie Karo oder dicken Streifen.
 
 
KEIN Schwarz!
 
Ihr werdet jetzt sagen: "Wie bitte? Schwarz macht doch schlank!" Hmmm jein, das gilt nicht für Fotos. Zur Erklärung: Ein Foto lebt von Kontrasten - sprich Licht und Schatten. Steht ihr einfach gerade da und lasst die Arme seitlich an euch herunter hängen, kann man an den Schatten auf dem Ärmel erkennen, wo euer Arm aufhört und der Bauch (beispielsweise) anfängt. Auf schwarzer Kleidung bilden sich aber keine Schatten in den Stofffalten (ist ja alles schwarz) und damit auch keine Helligkeitsunterschiede mehr. Wenn ihr also einen schwarzen, weiten Pullover anhabt, wird euer Körper quasi zu einem schwarzen "Klumpen" ohne Konturen verschmelzen. Es tut mir leid, ich kann es nicht besser erklären. Ihr müsst mir hier einfach vertrauen. Wenn man allerdings ein kleines Bäuchlein verstecken möchte, bietet sich ein schwarzes Shirt an, worüber man noch eine farbige Jacke zieht (zum Beispiel Jeansjacke). Dunkle Farben lassen das Bild am Ende außerdem eher weniger freundlich erscheinen. Gerade für Familienfotos eignen sich daher helle, freundliche Farben besser als Dunkelblau, Dunkelgrau oder Schwarz.
 
 
Dicke Jacken vermeiden!
 
Das gilt vor allem für Shootings zur kalten Jahreszeit. Ich empfehle meistens, die dicken Steppwesten oder Daunenmäntel zu Hause oder im Auto zu lassen. Greift lieber auf warme Unterwäsche und den Zwiebel-Look zurück. In einem Daunenmantel sieht man halt einfach aus wie ein Michelin-Männchen. Daran kann der beste Fotograf nix ändern.
 
 
Farbtipps
 
Orientiert euch farblich doch am besten an der Natur! Oder habt ihr hier schon einmal nicht harmonische Farbzusammenstellungen gesehen? Bei Familien oder größeren Gruppen empfehle ich, dass ihr euch drei Farben heraus sucht, an die sich jeder in etwa halten muss. Am einfachsten ist da immer die Kombi: Blau, Beige, Gelb/gedecktes Weiß. So etwas hat jeder im Schrank und die Zusammenstellungen sind dann fast immer sehr harmonisch.
 
 
Keine Familien-Foto-Uniform!
 
Ihr fragt euch, was das ist? Ihr kennt bestimmt diese Familienfotos aus dem Fotostudio, auf denen die ganze Familie das gleiche anhat: blaue Jeans und weißes T-Shirt! Bitte vermeidet diesen Einheitsbrei. Zum einen: Würde die Familie jemals gemeinsam in diesem Aufzug aus dem Haus gehen? NEIN. Und weil ich natürliche Fotos machen möchte, möchte ich auch keine unnatürliche Kleidung. Zum anderen: Es ist alles andere als individuell. Warum soll nicht jeder das anziehen, was er im Schrank hat und womit er sich identifizieren kann?
 
 
Bequeme Schuhe = gute Laune!
 
Bitte zieht keine High-Heels oder Schuhe an, die keinesfalls schmutzig werden dürfen. Ihr solltet in den Schuhen festen Stand haben und gut laufen können. Auf einer Wiese ist es zumindest staubig oder man stolpert mal über einen Maulwurfshügel (hatte ich alles schon). Da sollte man sich keine Sorgen um die neuen Wildleder-Teile machen müssen. Okay, die ausgelatschten Joggingschuhe müssen es jetzt auch nicht unbedingt sein ;-) Ich bin aber sicher, ihr findet was!
 
 
Gebt eurem Körper eine Kontur!
 
Ungünstig sind mega weite Strickjacken oder der dickste Norwegerpullover, den ihr im Schrank finden könnt. Super ist es, wenn ihr dem Körper eine Kontur gebt - zum Beispiel mit einem Gürtel oder einem tailliert geschnittenen Oberteil.
 
 
Falls ihr so gar keine Ideen habt...
 
... dann greift zu den Basics: Jeans in allen Grau- und Blautönen, Beige Oberteile, eine leichte Jacke drüber. Wer sehr modisch unterwegs ist, kann natürlich auch mit Hut oder Cap auflaufen. Wenn ihr Tattoos in Szene setzen wollt, dürft ihr gerne entsprechend auch solche Kleidungsstücke wählen, die den Blick darauf freigeben.
 
 
Ihr wisst immer noch nicht, was ich meine?
 
Dann schaut bitte jetzt bei folgenden Galerien vorbei. Diese Paare haben es ohne großes Überlegen einfach super hinbekommen und die Kleidung passt zur jeweiligen Location und Jahreszeit:
 
  • Christina und Jascha hatten ein Shooting im Spätherbst. Toll sind die Farben, die absolut zur Jahreszeit passen.

 

  • Julia und Micha haben sich so gar keinen Kopf um ihr Styling gemacht - jung und unkompliziert, ausgewaschene Jeans und Pullis in unterschiedlichen Grautönen! Einfach und genial.
 
  • Svenja und Robert haben sich an den Zwiebellook rangetraut und bewiesen, dass Hoodie und Jeansjacke für ein Paarshooting absolut das passende Outfit sind.

 

  • Bei diesem Familienshooting im Winter wurden drei starke Farben eingesetzt, die einen guten Kontrast zum Schnee bilden: Rot, Blau und Braun (Schuhe). Das passt toll!

 

Ich hoffe, ich konnte euch die ein oder andere Anregung geben und habe es euch etwas leichter gemacht, passende Kleidung für das nächste Shooting zu finden. Falls ich etwas vergessen habe und ihr doch noch eine Frage offen habt, SCHREIBT MIR sehr gerne. Ich werde diese Liste hier gerne nach und nach vervollständigen.

 

Herzlichst

Eure Denise

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